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Vom: 02.07.08
Österreich: Neues Konzept für Pinzgau-Bahn steht
Zum 1. Juni hat das Bundesland Salzburg die Pinzgau-Bahn Zell am See – Krimml übernommen. Nun sind Details der Übernahme und des künftigen Verkehrs- konzeptes veröffentlich worden. Sie wird künftig unter dem Namen „SLB Pinzgauer Lokalbahn“ betrieben.
Das Land Salzburg hat von der ÖBB für 1 EUR Liegenschaften, Infrastruktur und Gebäude erworben. Das Land wird Konzessionär und schließt hierzu mit der Salzburg AG bzw. deren Tochter Salzburger Lokalbahn (SLB) einen Betriebsführungsvertrag ab. Die SLB wird die Verwaltung und Betreuung der Liegenschaften, Infrastruktur und Gebäude übernehmen, ebenso auf Rechnung des Landes die Betriebsführung, Instandhaltung sowie Wiederaufbau und Sanierungsmaßnahmen der Strecke. Die SLB erwirbt von den ÖBB die Alt-Fahrzeuge und sonstige Betriebsmittel (Werkstattausrüstung, Büromöbel, etc.) für 1 Euro und führt notwendige Investitionsmaßnahmen an den Fahrzeugen (insbesondere Modernisierungen) durch. Weiter übernehmen die SLB aus dem zwischen ÖBB und Hypo Leasing bestehenden Leasingvertrag die Neubau-Fahrzeuge (fünf Niederflurwagen, eine Lokomotive) und werden dafür vom Land bezuschusst.
Die SLB wird von der Salzburger Verkehrsverbund GesmbH (SVG) mit der Erbringung von Verkehrsleistungen mittels Bruttobestellung beauftragt. Das Land stellt der SVG für diese Bestellung ab 2009 jährlich 1,33 Mio. EUR zur Verfügung, ab 2011 zusätzlich jährlich 140.000 EUR. Für den Wiederaufbau der durch die Flut beschädigten Strecke sowie für Fahrzeuginvestitionen werden insgesamt 32,3 Mio. EUR benötigt, davon geben die ÖBB 12,948 Mio. EUR, der Bund leistet Zuschüsse von 10 Mio. EUR, zahlbar in vier Raten zu je 2,5 Mio. EUR ab 2008 und vom Land kommen 9,352 Mio. EUR. Für gemeinwirtschaftliche Leistungen stellt der Bund jährlich Beträge von 1,1 Mio. EUR zur Verfügung. Das Personal wird zunächst von den ÖBB durch die SLB geleast und nach einem Zeitraum von etwa ein bis eineinhalb Jahren analog zur Schafbergbahn übernommen. Die Pinzgauer Gemeinden übernehmen im Wege eines mit Salzburg AG/SLB abzuschließenden Dienstleistungsvertrag Betreuungsleistungen an Haltestellen und der Strecke im Umfang von bis zu 160.000 Euro jährlich sowie Vermarktungsbeiträge von 80.000 Euro im Jahr.
- Der Verkehrsdienstevertrag hat zunächst eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Wesentliche Eckpunkte des künftigen Betriebskonzepts sind:
Taktfahrplan (14 Zugpaare Zell am See – Krimml, 12 Zugpaare Zell am See – Fürth-Kaprun, 8 Buspaare Zell am See – Krimml, Montag bis Sonntag), - Reduzierung der durchschnittlichen Fahrzeit auf höchstens 1 Stunde 26 Minuten Zell am See – Krimml bzw. 42 Minuten Zell am See – Mittersill,
- Verknüpfung Bahn/Bus mit der Buslinie Lienz – Innsbruck in Mittersill,
- Führung eines Fahrradzuges täglich zwischen Mai und Oktober auf der Gesamtstrecke Zell am See – Krimml sowie
Stärkung des Dampfzuges durch vorerst zwei wöchentliche Betriebstage mit Ausbau anhand der Nachfrage.
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