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Vom: 21.02.08
Schleswig-Holstein: Ausbau der Strecken nach Hamburg
Ein neues Bahn-Infrastrukturkonzept für den Süden Schleswig-Holsteins hat heute der Landesverkehrsminister Dietrich Austermann vorgelegt. Danach sollen die die Bahnstrecken von Elmshorn, Kaltenkirchen und Bad Oldesloe nach Hamburg durch zusätzliche Gleise bald erweitert und damit zehn Jahre früher fertig gestellt werden als nach dem Bundesverkehrswegeplan vorgesehen. In dem mit der DB AG besprochenen so genannten "Drei-Achsen-Konzept" werden Eckwerte und Ziele der bis 2015 umzusetzenden Projekte und Schritte sowie eine Beschleunigung bei der Finanzierung festgelegt.
Kernpunkt ist nach den Worten von Austermann die Einrichtung von schnellen Nahverkehrsanbindungen auf den am stärksten genutzten Verkehrsverbindungen zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg. So sollen die Achsen von Elmshorn und Bad Oldesloe durch zusätzliche S-Bahn-Gleise oder eine Zwei-System-S-Bahn analog der Verbindung nach Stade ausgebaut werden. Eine solche S-Bahn verkehrt bereits seit Dezember 2007 zum niedersächsischen Stade. Damit kurze Fahrzeiten möglich sind, soll die Express-S-Bahn zwischen Elmshorn und Pinneberg sowie zwischen Hamburg und Ahrensburg ein eigenes Gleis erhalten.
Für den Nordkorridor nach Kaltenkirchen sieht Austermann große Potenziale für die Bahn, die zurzeit wegen langer Fahrzeiten und häufiger Umsteigezwänge nicht ausgeschöpft werden. Um auch diese Strecke zu optimieren, wurde jetzt eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau der Strecke für eine durchgehende Schnellbahn zwischen Kaltenkirchen und dem Hamburger Flughafen in Auftrag gegeben, die den genauen Handlungs- und Finanzbedarf für diese Strecke beschreiben wird. Die Fahrzeit von Kaltenkirchen ins Hamburger Zentrum ließe sich um rund ein Drittel auf etwa 40 Minuten senken.
Ingesamt rechnet Austermann für den Ausbau der drei Achsen mit Kosten in Höhe von rund 500 Mio. EUR. Ein großer Teil dieser Kosten ist bereits im Bundesverkehrswegeplan enthalten - aber noch nicht finanziert. Deshalb will das Verkehrsministerium gemeinsam mit dem Bund die Finanzierung nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) ins Gespräch bringen. Nach dem GVFG können Zuschüsse von 60 bzw. 75 Prozent der Mittel für größere Projekte der Gemeinde-Infrastruktur eingesetzt werden. Das Nahverkehrsnetz der S-Bahn in Hamburg gehöre eindeutig dazu, so Austermann. Die Wirtschaftlichkeit der Trassen im Hamburger Umland sei zudem nachgewiesen.
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