Auf der Schiene unterwegs
Sie sind das Gesicht der Bahn: Mitarbeiter, die die Züge fahren, die Fahrkarten kontrollieren, im Speisewagen bedienen oder auf dem Bahnsteig die Kunden betreuen. Sie sind auch die, die bei Verspätungen den Kundenärger am ehesten zu spüren bekommen – und mit dem notwendigen Gespür für Menschen und Service die Wogen wieder glätten können.
Wenn Sie dicht am Kunden arbeiten wollen, sind drei Eigenschaften besonders wichtig: Sie müssen den Umgang mit Menschen mögen,einen uneingeschränkten Willen zur Dienstleistung haben und kommunikationsstark sein. (Foto: DB AG)
Selbst im Güterverkehr kommen Sie ohne diese persönlichen Merkmale nicht aus: Die Kunden verlangen Pünktlichkeit, Service und Informationen, die Mitarbeiter auf den Rangierbahnhöfen oder Umschlaganlagen Zuverlässigkeit und freundliche Ansprache. Als Lokführer müssen Sie zudem Interesse an Technik und ein hohes Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Schließlich fahren Sie eine mächtige Maschine und befördern oft mehrere hundert Passagiere.
Menschen, die auf der Schiene unterwegs sind, arbeiten im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr, im Schienengüterverkehr oder auch bei Infrastrukturunternehmen.
Lokführer
Kindheitstraum Lokführer? Hier können Sie ihn realisieren. Lokführer werden gesucht! Allein die Deutsche Bahn AG beschäftigt rund 20 000 Triebfahrzeugführer. Laut einem Interview im „Privatbahn Magazin“, Ausgabe 6.2011, mit Gerda Seibert, Sprecherin der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), fehlen rund 800 Eisenbahner im Betriebsdienst – Fachrichtung Lokführer und Transport in Deutschland. Zudem sind mehr als ein Viertel der heute tätigen Lokführer älter als 50 Jahre, allein in Ostdeutschland sogar ein Drittel. Das geht aus einem Bericht des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) aus den Jahr 2010 hervor. Nur 3,7 % der Lokführer in West- und 1,5 % in Ostdeutschland seien jünger als 25 Jahre.
Abgesehen davon, dass die Ausbildungsquote höher liegen müsste – und mehr angehende Lokführer die Prüfung bestehen sollten – gibt es weitere Gründe für den Mangel: Schichtdienst, im Güterverkehr häufig Nachtarbeit, lange Abwesenheit von zuhause und Rufbereitschaften. Zudem steigen die Anforderungen an Sprachkenntnisse, da viele Transporte grenzüberschreitend laufen. Eine einheitliche Eisenbahnersprache gibt es allerdings nicht. Doch wer wirklich auf die Lok will, den sollte das nicht stören.
Mehr Infos zur Ausbildung und zur Situation von Lokomotivführern finden Sie in unserem Interview mit Claus Weselsky, dem Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), das Sie hier lesen können.
Berufsbilder
Wir haben einige der wichtigsten Berufe aufgelistet, die dafür sorgen, dass Sie viel unterwegs sind. Auf den Informationsseiten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) finden Sie darüber hinaus detaillierte Angaben zu Voraussetzungen, Interessen und Fähigkeiten, Tätigkeit, Ausbildung, Abschluss- und Berufsbezeichnung, vermittelten Kompetenzen, rechtlichen Regelungen, weiteren Informationsquellen und Berufsfeldern. Des Weiteren bietet die BA sowohl Bilder zu Ausbildung und Tätigkeit als auch in vielen Fällen einen berufskundlichen Film, in dem Auszubildende erzählen, was sie lernen und wo sie später arbeiten wollen. Alles zusammen ermöglicht einen wirklichkeitsnahen Eindruck vom Wunschberuf.
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