5. Innorail Budapest: Bauboom auf Ungarns Bahngleisen

Nahe dem zentralen internationalen Budapester Bahnhof Keleti fand der Innorail-Bahnkongress statt; Quelle: Hermann Schmidtendorf

Auf Ungarns Bahn-Infrastruktur wird weiter fleißig gebaut. Das zeigte sich auf der 5. Internationalen Bahnkonferenz Innorail in Budapest. Die eurailpress-Medien der DVV Media Group mit dem Bahn Manager waren Medienpartner.

Besonderen Investitionsbedarf hat die Hauptstadtregion Budapest, erläuterte in seinem Vortrag Tibor Szilágyi von der Eisenbahn-Entwicklungsbehörde. Als Beispiel nannte er die Südring-Eisenbahnlinie. Diese stelle durch die derzeit überlastete Brücke über die Donau einen Engpass dar. Die Kapazitäten würden weitgehend schon durch Güterzüge belegt. Eine als nötig gesehene Steigerung des Personenverkehrs sei derzeit nicht möglich. Deshalb würden jetzt drei neue Brückenelemente parallel über die Donau gebracht. Dadurch seien dann wieder Fahrplanfenster frei für die Fortentwicklung des Bahnverkehrs insgesamt in der Metropolregion.

Prominent vertreten war auf dem mehrtägigen Budapester Bahnkongress neben dem Gleisbaumaschinen-Hersteller Plasser & Theurer auch das ebenfalls Gleisbaumaschinen fabrizierende Unternehmen Geismar. „Schön, dass in Ungarn so viel in die Bahn-Infrastruktur investiert wird“, freute sich im Gespräch mit dem bahn manager der Sales-Manager für Mitteleuropa Victoriano Sanz Losada. „Dadurch bieten sich auch für unsere Maschinen viele Anwendungsmöglichkeiten.“ Auch prominente Unternehmen wie Vossloh, Thales und die zur Wiebe-Gruppe gehörende Vasútépítök brachten sich durch Teilnahme im Ausstellerbereich oder Vorträge in Erinnerung.

„Straßenbahnschienen und Weichen sind derzeit ein Riesenthema“, betonte gegenüber dem bahn manager Business Director Transportation Roland Weinhart vom Maintaler Unternehmen Lubricant Consult Lubcon. „Quietschende Straßenbahnen sind verpönt, weil sie eine Lärmbelästigung darstellen. Aber sie sind auch Anzeichen für abnormen Abrieb, was bei Schienen und Rädern häufigere Reparaturen und Werkstattaufenthalte bewirkt. Deshalb ist die sparsame, aber stringente Auftragung unser Schmiermittel so wichtig. Sie sind biologisch abbaubar und wirkintensiv. Das vordere Straßenbahn-Fahrzeug bringt wenige Tropfen auf oder zwischen die Schienen, die Folgeräder verreiben das Mittel auf den folgenden Fahrtmetern. Das ist viel günstiger als die sonst bald nötigen Reparaturen an Gleis oder Rädern.“

Neben Lubcon hatte das Unternehmen Hennlich/Lincoln einen Stand. „Unsere Präsentationen ergänzen sich“, erläuterte Weinhart. „Hennlich bietet stationäre Systeme an, die am Gleis montiert sind und ebenfalls, beispielsweise durch Achszähler gesteuert, Schmiermittel in die Schienen einbringen können. Das können natürlich unsere Mittel sein.“

Mit Interesse, aber unterschiedlicher Betroffenheit wurde der Vortrag des Schleswig-Holsteinischen Transportexperten Burkhard Schulze vom Nahverkehrs-Besteller NAH.SH aufgenommen. Schulze erklärte, wie Batterie-Züge in Deutschlands Norden zur Dekarbonisierung des Bahnverkehrs beitragen. „Das ist bei uns nicht so wichtig“, meinte zum bahn manager ein ungarischer Teilnehmer der Innorail. „Ungarns Bahnen sind schon zu etwa 80 Prozent elektrifiziert.“ Anders sah das ein Teilnehmer aus Kanada. „Wir sind fast vollständig elektrifiziert. Doch Dieselloks bedienen die Vororte der Städte. Wenn wir diese durch Elektrozüge mit Oberleitungs- und Batteriespeisung ersetzen könnten, wäre das doch toll.“  (red./hfs)
 

Bahn Manager
Artikel Redaktion bahn manager
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