RCG setzt Lamborghini-Urus-Renner klimafreundlich auf die Schiene

Eine RCG-Lok, Quelle: ÖBB/Andreas Pregernigg; ein Lamborghini Urus, Quelle: Alexander Migl

Er bringt 305 km/h Höchstgeschwindigkeit bei einer Motorleistung von 650 PS - der Lamborghini Urus ist, so der Hersteller, „das erste Super Sport Utility Vehicle der Welt, das die Seele eines Supersportwagens mit der Funktionalität eines SUV vereint.“ Klimaneutral?? Zumindest beim Komponententransport ja – weil diesen die ÖBB Rail Cargo Group besorgt.

Ab sofort transportiert die RCG Karosserien des Lamborghini Urus vom VW-Werk in Zwickau zum italienischen Lamborghini-Stammwerk in Sant'Agata Bolognese. Mit einer Transitzeit von nur 48 Stunden handelt es sich dabei um den schnellsten, effizientesten und umweltfreundlichsten Transport von Zwickau nach Modena, betont Rail Cargo. Sogar mit zwei Grenzüberschreitungen ist die RCG in der Lage, die Transitzeit zu reduzieren. Das ermöglicht eine Bahnlogistik, bei der alle Freunde des Wirtschaftsenglisch jubeln: Door to Door (DtD), Just In Time (JiT) und Just In Sequence (JiS).

Warum ein Transport aus Zwickau? Der Edel-Hersteller Lamborghini gehört über Audi zur Volkswagen-Gruppe. Deshalb baut er auf derselben Plattform wie der Audi Q7, Bentley Bentayga, Porsche Cayenne und Volkswagen Touareg auf. Allerdings ist er mit weniger als 2.200 Kilogramm deutlich leichter als die meisten seiner direkten Konkurrenten -  dank der umfangreichen Verwendung von kohlefaserverstärktem Polymer. Warum der VW-Konzern, der sich jüngst für Elektroantrieb in Pkw stark macht, auch einen Renner mit einem 4 l-Doppelturbo-V8-Motor im Programm hat, erklärt der Börsendienst The Motley Fool plausibel: Die beiden Luxusmarken Audi (und somit Lamborghini) sowie Porsche waren letztens lediglich für 16 Prozent der Konzernverkäufe verantwortlich, generierten aber 62 Prozent des operativen Reingewinns.   

Tatsächlich wird der Straßentransport für Lamborghini jetzt vollständig durch die Schiene ersetzt. Der wöchentliche Transport führt zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen bei Lamborghini um 85 Prozent, von 2.234 auf 331 Tonnen und damit zu einer jährlichen Einsparung von ca. 1.903 Tonnen Kohlendioxid. All dies bei einer garantierten Transitzeit von 48 Stunden vom Standort Zwickau nach Modena – eine Rekordzeit für diese Art von Transporten, betont die RCG. Unter dem Nachhaltigkeitsaspekt wird der einzige Transport auf der Straße mit Gas-Lkw stattfinden, und zwar auf dem Weg von Modena zum Standort Sant'Agata Bolognese, der etwa 21 Kilometer der insgesamt 1.000 Kilometer langen Strecke ausmacht. (red./hfs)

Bahn Manager
Artikel Redaktion Eurailpress
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