Fertigstellung erst zum kleinen Fahrplanwechsel

Generalsanierung Hamburg-Berlin - hier: Gleisbauarbeiten im Bereich Falkensee; Foto: DB/Oliver Lang

Die Korridorsanierung Hamburg – Berlin wird erst Mitte Juni vollständig abgeschlossen sein  – sechs Wochen später als urpsrünglich vorgesehen.

Eine Teilwiederöffnung ist für den 15.05.2026 zwischen Hamburg und Hagenow Land geplant. Vor dem kleinen Fahrplanwechsel am 14.06.2026 gibt aber es keinen durchgehenden Verkehr auf der Strecke. Bis dahin wird ein Großteil der Fern- und Güterverkehr weiterhin über Uelzen und Stendal umgeleitet.

Das teilten der DB-InfraGo-Vorstand Infrastrukturplanung und Projekte, Gerd-Dietrich Bolte, und Programmleiter Wolfgang Weinhold heute Vormittag (11.03.2026) in einer Pressekonferenz mit. Dabei verteidigten sie das Konzept der Generalsanierungen und gaben Einblicke in die derzeit laufende Koordinierung anschließender Bauarbeiten – insbesondere auf der Strecke Hamburg – Hannover. Nachdem die winterwitterungsbedingte Verzögerung am 16.02.2026 bekannt geworden war (Rail Business berichtete), versprach DB bis Mitte März Klarheit darüber, wann mit einer Fertigstellung der Arbeiten zwischen Hamburg und Berlin zu rechnen sei. In den zurückliegenden Wochen habe man Gespräche mit Aufgabenträgern und Eisenbahnverkehrsunternehmen im Regional-, Fern- und Güterverkehr geführt. Diese hätten, so Wolfgang Weinhold, auf ein „nicht zu filigranes Konzept“ in zwei Stufen zum Fahrplanwechsel gedrängt, um die Arbeitsbelastung bei Umplanungen und die Unklarheit für Kunden möglichst gering zu halten. Die zweistufige Wiederöffnung ist derzeit so geplant:

  • 15.05.2026: Von Hamburg bis Hagenow Land wird die Strecke wieder in Betrieb genommen. Damit kann der Regional- und Fernverkehr zwischen Hamburg und Schwerin und weiter nach Rostock und Stralsund wieder durchgehend fahren, womit ein Großteil des Schienenersatzverkehrs (SEV) entfällt. Im Nahverkehr zwischen Hamburg und Berlin bleibt es allerdings bei Ersatzverkehr mit Bussen. Einige Güterzüge in Richtung Berlin und Brandenburg, Polen und Tschechien werden über Güstrow umgeleitet. Im Fernverkehr ändert sich an der derzeitigen Umleitung über Uelzen und Stendal nichts. 
  • 14.06.2026: Die gesamte Strecke wird vollständig wiederöffnet. Alle Züge fahren wieder auf dem Regelweg. ICEs fahren zwischen Hamburg und Berlin in Halbstundentakt; Flixtrain erweitert sein Angebot auf Zweistundentakt.

Zum derzeitigen Stand der Arbeiten sagte Gerd-Dietrich Bolte: „Im Wesentlichen ist auf der ganzen Strecke das, was noch aussteht, die LST.“ Auch einige Bahnsteige seien noch im Bau – etwa in Wittenberge. „Durch das zweistufige Konzept haben wir etwas Puffer drin.“ Allerdings müssten noch nach dem 14.06. zwischen Hamburg und Büchen sowie Nauen und Berlin weitere Arbeiten erfolgen. Dieses sei aber im laufenden Betreib zu leisten: „Die Fahrzeit wird sauber eingehalten.“

„Wir haben den Winter weitestgehend kompensiert,“ beantwortete er die Frage, warum bei einer ursprünglichen Planung mit – so seiner eigenen Aussage am 16.02.2026 – drei Wochen Puffer eine so lange Verzögerung entstanden sei. „Wir sind beim ersten Abschnitt nur zwei Wochen spät dran.“ Allerdings habe die Frage, inwieweit bei den Korridorsanierungen mehr Puffer „in einzelnen Projekten und zwischen den Projekten“ vonnöten sei, in Anbetracht der Erfahrung in diesem Winter durchaus seine Berechtigung, sagte Wolfgang Weinhold. Dies werde nun intern geprüft. Insgesamt handele es sich aber um ein Konzept, von dem es „momentan keine Grund gibt, abzuweichen“, so Gerd-Dietrich Bolte. Auch im Winter müsse gebaut werden, weil dieses Vorgehen Auftragnehmer zuverlässig auslaste und für die Work-Life-Balance ihrer sonst oft im Sommer, an Feiertagen und am Wochenende arbeitenden Beschäftigten wichtig sei.

Zu den durch die Verzögerung entstandenen Kosten gab es keine genauen Angaben. Vieles hänge davon ab, so Gerd-Dietrich Bolte, welche zusätzlichen Leistungen Auftragnehmer noch abrechnen. Beim SEV könne eine Option auf Verlängerung gezogen werden – vorausgesetzt, die Leistungen der Ecovista könnten wieder in einen vertragsgemäßen Zustand gebracht werden (Rail Business vom 10.03.2026). „Eisenbahnverkehrsunternehmen weisen uns die Mehrkosten, die sie haben, wirtschaftsprüferfest nach und wir übernehmen sie,“ hieß es. Da gebe es ein eingespieltes Verfahren. „Auch wenn es zum Teil höhere Gewalt ist, sind wir vertraglich verantwortlich,“ beteuerte Wolfgang Weinhold. Mit den Güterbahnen insbesondere sei man derzeit im Gespräch.

Gespräche liefen ebenfalls mit dem Land Niedersachen bezüglich der genauen Ausgestaltung der Bauarbeiten im Rahmen der „Qualitätsoffensive“ auf der Strecke Hamburg – Hannover. Diese sollen wie geplant am 01.05.2026 beginnen – aber mit einem angepassten Konzept in mehreren Stufen. Der Streckenabschnitt Celle – Hannover wird wie vorgesehen ab 01.05.2026 vollständig gesperrt. Auf dem Abschnitt Celle – Uelzen werden bis zum 14.05.2026 noch Güterzüge und im Abschnitt Uelzen – Lüneburg noch Fern- und Güterzüge verkehren. Erst zum 14.06.2026 wird die gesamte Strecke gesperrt. Sie soll wieder wie geplant zum 10.07.2026 eröffnet werden. Arbeiten, die wegen der Verzögerung nicht durchgeführt werden können, werden dann auf die ab 2029 vorgesehene Korridorsanierung verschoben. (bm)

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