EVU reichen Beschwerde über bislang unangekündigte Vollsperrung ein
„Die uns bis dahin bekannte Planung für die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau des dritten Stammgleis zwischen Hamburg und Bad Oldesloe sah immer eine nur einseitige Sperrung mit verbleibender Kapazität vor,“ schrieb Wolfang Groß, Wettbewerbsbeauftragter des Verbands, gestern Nachmittag (05.05.2026) auf LinkedIn. Seinen Schilderungen zufolge seien Gründe für die Vollsperrung nicht genannt worden. Deshalb führten aktuell mehrere Eisenbahnverkehrsunternehmen „über eine mangelhafte Baukommunikation der DB InfraGO und ungenügende Konsultationen“ Beschwerde bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) unter AZ BK10-26-0164_Z. Betroffene Unternehmen könnten sich hinzuziehen lassen und sich am Verfahren beteiligen, so Groß weiter.
„Für die nunmehr ab Oktober mehrfach stattfindenden Totalsperrungen bis ins Jahr 2027 gibt es derzeit keine Ausweichmöglichkeit, sodass die EVU und der Hafen mit erheblichen Verkehrs- und Einnahmeverlusten vor allem im KV-Verkehr, international wie national, rechnen müssen,“ so Groß. Ein Ersatzkonzept mit Umleitungen über Lüneburg – Büchen – Lübeck hält er für „schwierig umsetzbar“. Diese Strecke ist in weiten Teilen eingleisig, nicht elektrifiziert und weist aufgrund des Zustands der Elbbrücke bei Lauenburg eine eingeschränkte Streckenlast auf. DB InfraGo hat auf eine Rail Business-Anfrage zu den Gründen für die Vollsperrung noch nicht reagiert. (bm)