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Wuppertaler Schwebebahn: Stromschienenabriss nicht vorhersehbar – Betrieb ab Sommer

Der Betrieb der Schwebebahn soll wieder sicherer werden; Quelle: C. Müller

Der Abriss der Stromschiene bei der Wuppertaler Schwebebahn vom 18.11.2018 war die Folge einer Kettenreaktion.

Auch wenn die schriftliche Ausfertigung des Gutachtens noch ausstehe, seien die technischen Ursachen „weitgehend klar“, so Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil. Es sei eine Verkettung unglücklicher Umstände, verbunden mit einem Montagefehler. Bereits vor der Durchfahrt des ersten Fahrzeugs waren in der Kurve vor der Unglücksstelle zwei Klemmbacken der Stromschiene defekt. Die Stromschiene veränderte dadurch ihre Lage. Infolge dessen wurden zwei weitere Klemmbacken beschädigt und der Stromabnehmer des ersten Fahrzeugs wurde abgerissen. Aufgrund dessen hing die Stromschiene durch. Nach der Durchfahrt des folgenden Fahrzeugs waren mindestens acht Klemmbacken defekt, was letztlich zum Abriss der Stromschiene führte. Verstärkt wurde dies durch einen Fehler beim Einbau der Stromschiene 2001: Die Stromschiene in der betroffenen Kurve war vor der Montage nicht vorgebogen, sondern unter Spannung verbaut. Als Konsequenz hat die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) zusätzliche konstruktive Sicherungsmaßnahmen an der Stromschiene wie auch am Fahrzeug eingefordert. Auf der gesamten Strecke sollen rund 18.000 Klemmbacken erneuert und mit Sicherungsblechen verstärkt werden. Ergänzend sind rund 2500 zusätzliche Sicherungen für das Festhalten der Stromschiene geplant. Außerdem ist geplant, über eine technische Lösung den Fahrer über einen Abbruch des Stromabnehmers unmittelbar zu informieren. Die Mehrkosten durch den Schwebebahnunfall werden derzeit mit 2,3 Mio. EUR kalkuliert, der Betrieb soll während der Sommerferien wohl wieder aufgenommen werden. (cm)

Infrastruktur & Ausrüstung
Artikel Redaktion Eurailpress
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