Startschuss für ERTMS-Koordinierungsstelle gefallen

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat eine Koordinierungsstelle gestartet, die den Rollout von ERTMS in Deutschland organisieren soll.

Sie sei Anlaufpunkt für den gesamten Bahnsektor zu Fragen rund um das Thema ERTMS (European Rail Traffic Management System) und ETCS (European Train Control System) und koordiniere die Förderung der Umrüstung der vorhandenen Züge auf die neue Technologie, so der Minister. „Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir dafür sorgen, dass die erforderlichen Maßnahmen zügig umgesetzt werden und das deutsche Schienennetz fit für die Anforderungen der Zukunft wird.“

Auf die Einrichtung der Koordinierungsstelle hatte sich zuvro der „Runde Tisch Digitalisierung“ auf Initiative des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) verständigt. Zentrales Entscheidungsgremium der Koordinierungsstelle ist ein Lenkungskreis, dem als stimmberechtigte Mitglieder Vertreter der Länder, die Aufgabenträger (vertreten durch den BSN), die Verbände der im Bundesschienenwegeausbaugesetz vorgesehenen Eisenbahnverkehrsunternehmen (vertreten durch VDV, Mofair, Die Güterbahnen) sowie die DB InfraGo angehören. Den Vorsitz des Lenkungskreises hat das BMV.

Die Koordinierungsstelle wird durch das BMV zunächst bei der PD - Berater der öffentlichen Hand GmbH angesiedelt und nimmt ab sofort ihre Arbeit auf. Zum 30. April 2027 soll die Organisationsform evaluiert werden.

Die Reaktionen aus dem Sektor fielen überwiegend positiv aus. "Die Branche hat mit der neuen Koordinierungsstelle nun einen gemeinsamen Anlaufpunkt. Dies war eine jahrelange Forderung des VDV und der Branche, um die umfassende Transformation koordiniert und mit möglichst geringem bürokratischem Aufwand für die Eisenbahnunternehmen umsetzen zu könne", sagte etwa VDV-Präsident Ingo Wortmann. 

Der Verband Die Güterbahnen sprach von einem "ETCS-Urknall". "Nach Monaten des Bangens keimt vorsichtiger Optimismus auf, dass jetzt alle Beteiligten in dieselbe Richtung rudern. Zentral ist dabei die halterübergreifende Bündelung von Fahrzeugumrüstprojekten und eine praxisnahe, unbürokratische Unterstützung der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Dazu müssen jetzt konkrete Pläne und Regeln der Zusammenarbeit sauber ausgehandelt werden – das wird kein Spaziergang“, sgte Oliver Smock, Referent für Eisenbahnpolitik.

Als nächste Schritte fordert der Verband unter anderem Entwicklung eines realistischen, mehrstufigen und mit der Branche abgestimmten Rollout-Plans für Infrastruktur und Fahrzeuge sowie  die schnellstmögliche Modernisierung der Stellwerkstechnik, um die ETCS-Ausrüstung auf den Strecken zu ermöglichen. (gk)

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