Norwegen: Bane Nor verliert Rechtsstreit mit Versicherung

Bane Nor hat vor dem Bezirksgericht Bergen einen Rechtsstreit gegen die Versicherung Tryg Forsikring geklagt.

Bei dem Prozess ging es um die Folgekosten einer Zugentgleisung vom 07.03.2015 auf der Nordlandsbahn. Damals hatte sich ein Güterzug von Cargolink bei Saltfjellet in Schneeverwehungen festgefahren. Bane Nor forderte eine Lokomotive von CargoNet an, die den Zug aus der Schneewehe herausziehen sollte. Dabei stellte sich heraus, dass die Cargolink-Lokomotive entgleist war. Diese Lok wurde abgekuppelt und die Waggons bis zum Bahnhof Dunderland geschleppt. Dort wurde festgestellt, dass auch der letzte Waggon entgleist war. Durch die Entgleisung waren auf eine Strecke von 30 km knapp 17.000 Schwellen so stark beschädigt worden, dass sie getauscht werden mussten. Bane Nor machte für diese Schäden Cargolink und CargoNet verantwortlich und forderte von deren Versicherung zunächst rund 26 Mio. NOK (2,6 Mio. EUR), reduzierte die Forderung aber später auf 11,8 Mio. NOK (1,18 Mio. EUR), weil die Schwellen schon über 30 Jahre alt waren. Das Gericht hat Bane Nors Forderung zurückgewesen. In der Urteilsbegründung heißt es, dass es „…unstrittig ist, dass die Waggons irgendwann…entgleist sind, die Ursache dieser Entgleisung dem Gericht höchst unklar erscheint“. Das Gericht kritisiert Bane Nor für eine „sehr schlechte Untersuchung“ des Unfalls und schreibt schließlich: „Nach Ansicht des Gerichts spricht die gesamte Beweisführung dafür, dass es für den Schaden alternative Ursachen gibt, die genauso wahrscheinlich sind wie die von Bane Nor angeführte.“ (hz/cm)

Recht
Artikel Redaktion Eurailpress
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