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Italien: Staatsanwaltschaft geht hart gegen FSE-Manager vor

05.02.2018

Die Staatsanwaltschaft Bari geht aktuell hart gegen Verantwortliche der Anfang 2016 an die FS Italiane verkauften Ferrovie Sud Est (FSE) vor.
Am 01.02.2018 wurden elf der Beschuldigten, darunter der ehemalige Alleinvorstand Luigi Fiorillo, auf Antrag der Staatsanwaltschaft unter Hausarrest gestellt. Den insgesamt 29 Beschuldigten wird Betrug, Veruntreuung und Dokumentenfälschung vorgeworfen. Als „heimlichen Vorstand” vermutet die Staatsanwaltschaft den Rechtsanwalt Angelo Schiano, der für Beratertätigkeiten 27 Mio. EUR erhalten haben soll. Der zwischen 2001 und 2015 entstandene Gesamtschaden beläuft sich, laut Staatsanwaltschaft, auf mindestens 230 Mio. EUR. Dazu hätten auch die trotz sehr teuren Umbaus sich als nicht nutzbar erwiesenen ehemaligen DB-Silberlinge sowie überteuerte Wartungsverträge beigetragen. Zudem soll der ehemalige Regionalassessor (Landesminister) für Verkehr, Fabrizio Romano Camilli, als Unternehmer der FSE den Dieselkraftstoff um 40 % über dem Marktpreisen verkauft haben. Die FSE stand vor dem Verkauf im Alleineigentum des italienischen Verkehrsministeriums. (wkz/cm)