Nachrichten - Technik

Überprüfung der ICE 3-Flotte ohne Auffälligkeiten abgeschlossen

21.07.2008

Die Untersuchung aller ICE 3 hat zu keinen weiteren Beanstandungen geführt; Foto: DB AG / Schmid

Die Deutsche Bahn hat am Wochenende die zusätzliche ultraschalltechnische Überprüfung ihrer ICE 3-Flotte abgeschlossen. Bei den über 60 untersuchten Fahrzeugen wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Sie stehen somit wieder für den normalen Betrieb zur Verfügung.
In mehr als 100 Sonderschichten rund um die Uhr hatten die Mitarbeiter der DB-Werke in München, Dortmund und Frankfurt seit Freitag vergangener Woche Ultraschall-Untersuchungen an den Zügen durchgeführt. Unklar ist weiterhin, wie es zu dem Bruch der Radsatzwelle kommen konnte. Ein Materialfehler wird seitens der Experten bisher ausgeschlossen. Günter Löffler vom Lehrstuhl für die Technik spurgeführter Fahrzeuge an der TU Dresden sagte gegenüber dem Spiegel: „Alles spricht für eine äußere Beschädigung der Radsatzwelle, etwa durch lose Metallteile des Bahn-Unterbodens oder Gegenstände auf dem Gleis. Das würde auch erklären, warum Reisende schon vor dem Unfall auf der Strecke zwischen Frankfurt und Köln Geräusche gehört haben“. Prof. Vatroslav Grubisic, jahrelang am Fraunhofer Institut LBF in Darmstadt tätig, wiederholte gegenüber dem Spiegel seine These, dass die Wellen des ICE 3 nicht dauerfest seien. Dies hatte er in bereits in zwei allerdings nicht unumstrittenen Fachbeiträgen in ZEV Rail (April 2006 und April 2008) dargelegt. Im Abschlussbericht der TU Clausthal zu einem Forschungsvorhaben des Bundesforschungsministeriums hieß es, dass die gemessenen Höchstwerte der Spannungen die nach der EN-Norm berechneten um 19 Prozent im Laufradsatz und 17 Prozent im Treibradsatz überschritten. Allerdings widerspricht ein Autorenkollektiv um Dr. Sven Füser, Abteilungsleiter Berechnung und Laufdynamik bei Altom LHB, in einem Fachartikel ebenfalls in ZEV Rail (April 2007), dass die derzeit praktizierte Auslegung von Radsatzwellen unsicher sei, wie Grubisic meinte. Die von Grubisic beschriebene Bemessung von Radsatzwellen sei nach Auffassung des Autorenkollektivs um Füser nicht „Stand der Technik“ sondern „Einzelbeiträge aus der Forschung“.