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München: Spatenstich für Tramlinie 23

21.03.2007

Mit dem gestrigen Spatenstich für die Tramlinie 23 wird in München erstmals seit rund zehn Jahren wieder eine neue Straßen- bahnstrecke gebaut. Anlass für die Planung und den Bau der neuen Strecke zwischen Münchner Freiheit und Frankfurter Ring war und ist die Konversion von Kasernen und Industrie- brachen im nördlichen Schwabing. Inzwischen sind weite Teile der Wohn- und Gewerbebebauung realisiert, die übrigen sind in Planung oder im Bau.

Ein Beschluss des Stadtrates im Jahr 1997 gab den Startschuss, die Parkstadt Schwabing mit einem leistungsfähigen Schienenverkehrsmittel zu erschließen Am 30. Juni 2006 wurde schließlich den SWM der Planfeststellungsbescheid zugestellt, der von niemandem gerichtlich angefochten wurde. Ab Herbst 2009 wird die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Betreiberin der neuen Linie befahren. Die Prognosen der Gutachter lassen nach Fertigstellung der Bebauung in der Parkstadt Schwabing und der Entwicklungsgebiete im Bereich der ehemaligen Funkkaserne zwischen Frankfurter Ring und Domagkstraße, des ehemaligen Telekomgeländes an der Leopoldstraße und des DIBAG-Geländes rund 18.000 Fahrgäste pro Tag für die neue Tramlinie erwarten. Planung und Bau der Tram 23 erfordern bei den SWM Investitionen in Höhe von rund 48,2 Mio. EUR. Die neue Tramstrecke wird vom Freistaat Bayern aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) gefördert.

Die neue Tramlinie 23 verläuft von der Münchner Freiheit (Anschluss an die U-Bahnlinien U3/U6) auf der Leopoldstraße bis zum Parzivalplatz und dann weiter auf der Trasse eines ehemaligen Industriegleises zum Frankfurter Ring (Endhaltestelle Schwabing Nord). Den Mittleren Ring wird sie auf einer 84 m langen Tragseilbrücke mit einem 33 m hohen Pylon überqueren, die auch Fußgängern und Radlern Raum bietet. Um die Tram 23 mit dem übrigen Tramnetz zu verknüpfen, entsteht zwischen Leopoldstraße und Scheidplatz eine Betriebsstrecke in der Parzivalstraße. Die Strecke ist rund 3 km lang (davon rund 1,7 km Rasengleis) mit sieben Halstestellen, die Fahrzeit beträgt etwa acht Minuten. Geplant ist zunächst ein 10-Minuten-Takt. Wenn die Fahrgastzahlen im Laufe der Jahre zunehmen, ist eine Taktverdichtung möglich.

Bereits seit Februar laufen bauvorbereitende Arbeiten. Nach dem gestrigen Spatenstich folgen zunächst weitere vorbereitende Arbeiten, u.a. muss die ehemalige Gütergleis-Trasse auf Bomben-Blindgänger untersucht und ggf. geräumt werden. Ab Mitte Juli beginnen dann die Gleis- und Straßenbauarbeiten in der Parzivalstraße. Die Arbeiten an den beiden Trambahn-Brücken über den Nymphenburg-Biederstein-Kanal sowie über die Schenkendorfstraße beginnen im Juli 2007. Ab Frühjahr 2008 beginnen die Bauarbeiten an der Münchner Freiheit und in der Leopoldstraße im gesamten Abschnitt bis zum Parzivalplatz bzw. bis zum Abschwenken der Trasse nach Osten. Insgesamt werden rund 8200 m Gleis verlegt.