Die Nacht wird länger – ÖBB ordern weitere 20 Nightjets

Ein Nightjet-Wagen während der Produktion im Siemens-Werk Wien; Quelle: Siemens

Soviel Nachtzüge gab es noch nie bei den ÖBB. Für den zukünftigen Ausbau der Nightjet-Flotte bestellten die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB jetzt 20 weitere siebenteilige Nachtzüge bei Siemens Mobility.

Damit werden für die ÖBB bis 2025 insgesamt 33 Nightjets der neuen Siemens-Generation Viaggio Next Level auf der Schiene sein. Die ersten Züge sollen ab Dezember 2022 auf den Verbindungen von Österreich und Deutschland nach Italien eingesetzt werden. Sie werden im Siemens Mobility-Werk in Wien gebaut und gehen auf einen 2018 abgeschlossenen Rahmenvertrag über die Lieferung von Tag- und Nachtzügen zurück. „Der Abruf von 20 zusätzlichen Nightjets ist ein wichtiger Schritt, um die ÖBB als Marktführer im europäischen Nachtzuggeschäft zu positionieren. Die ÖBB sind heute bereits Europas größter Nachtzuganbieter. Mit der neuen hochmodernen Nightjet-Flotte werden wir das auch weiterhin bleiben und unseren Reisenden erstklassigen Komfort bieten“, sagt ÖBB CEO Andreas Matthä.

Die jetzt zusätzlich bestellten Züge sind für den Verkehr von Wien und Innsbruck nach Hamburg und Amsterdam sowie für die Strecken von Wien nach Bregenz und Zürich vorgesehen. Ebenso sollen die Verbindungen von Graz nach Zürich sowie von Zürich nach Hamburg und Amsterdam mit den neuen Zügen bedient werden. Bis zum Jahr 2025 werden im Nachtzugverkehr dann 33 Nightjets der neuen Generation in Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und den Niederlanden im Einsatz sein und damit einen großen Teil der Bestandszüge ersetzen.

„Mit den neuen Nightjets investieren die ÖBB in die nachhaltige Zukunft des Reisens. Nachtzüge werden dabei helfen, europäische Metropolen klimaschonend miteinander zu verbinden, das Bahnfahren attraktiver zu machen und damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Für besonderen Komfort sorgen die innovativen Mini Cabins, die den Fahrgästen private Rückzugssphäre bieten. Die Drehgestelle sind in spezieller Leichtbauweise konstruiert und tragen dazu bei, dass der Zug besonders ruhig läuft und über den gesamten Lebenszyklus weniger Energie verbraucht“, sagt Michael Peter, CEO von Siemens Mobility.

Die siebenteiligen Einheiten bestehen aus je zwei Sitzwagen, drei Liegewagen und zwei Schlafwagen. Bei der Gestaltung verbindet sich hochmodernes Design mit noch mehr Komfort. Im neuen Liegewagenkonzept bieten zusätzliche Mini Cabins für Alleinreisende deutlich mehr Privatsphäre und sorgen für eine angenehme und entspannte Ankunft am Reiseziel. Im Schlafwagen wird das Reisen noch bequemer, denn zukünftig verfügen alle Abteile über eine eigene Toilette sowie eine Duschmöglichkeit. Neu an Bord ist kostenfreies WLAN. Mit den neuen Nightjets wird künftig auch das barrierefreie Reisen über Nacht möglich sein. So wird jeder Nightjet mit einem Multifunktionswagen unterwegs sein, der über einen Niederflureinstieg verfügt und in dem sich ein barrierefreies Liegewagenabteil sowie ein barrierefreies WC befinden. (red./sö/hfs)

Bahn Manager
Artikel Redaktion bahn manager
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