Schweiz: BLS reagiert mit Sofortmaßnahmen auf Mutz-Unfall

RABe 515 alias "Mutz" der BLS; Quelle: BLS AG

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hat bei den Mutz-Elektrotriebzügen ein ungewöhnliches Bremsverhalten festgestellt.

Die BLS habe daher umgehend Maßnahmen eingeleitet, um den sicheren Betrieb der Züge zu gewährleisten, teilt die Bahngesellschaft heute, 26.02.2021, in einer Ad-hoc-Medienmitteilung mit. Gemeinsam mit dem Hersteller Stadler und der SUST analysiere die BLS derzeit vertieft die Ursache. Am 31.12.2020 stieß in Belp ein Mutz mit 23 km/h mit einem zweiten Mutz zusammen, an den er angekuppelt werden sollte. Bei Versuchsfahrten Anfang Februar 2021 hat die SUST ein ungewöhnliches Bremsverhalten bei schlechten Schienenverhältnissen festgestellt. Bei diesen ist das Lokpersonal nun angewiesen, die Geschwindigkeit vor Signalen oder Haltepunkten früher und stärker zu reduzieren und zum sicheren Bremsen vermehrt Sand einzusetzen. Zudem wurden die routinemäßigen Bremskontrollen intensiviert. Außerdem wird die S6 zwischen Bern und Schwarzenburg ab dem 01.03.2021 mit anderen Fahrzeugtypen befahren. Stadler geht derzeit von einer nicht optimalen Bremswirkung eines der drei Bremssysteme bei Langsamfahrten und schlechten Schienenverhältnissen aus. Die 39 BLS-Mutz gehören zur Zugfamilie Kiss von Stadler. (as)

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Artikel Redaktion Eurailpress
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