Stuttgart 21

Eröffnung ist vor 2030 unwahrscheinlich

Bahnsteighalle des künftigen Stuttgarter Hbf; Quelle: DB/Achim Birnbaum

Wie mehrere Medien im Südwesten der Republik heute übereinstimmend berichten, wird die Eröffnung des Stuttgarter Tiefbahnhofs wohl um mehrere Jahre verschoben.

‚Die komplette Inbetriebnahme wird nicht vor 2030 sein, ganz vielleicht eine Teileröffnung im Tiefbahnhof schon 2029‘“, zitiert der SWR „mehrere Insider“. Die Stuttgarter Zeitung will erfahren haben, dass ein neues Inbetriebnahmekonzept gänzlich fehle. Laut SWR-Recherche gibt es mehrere Gründe für die mehrjährige Verzögerung:

  • Digitalisierung: Da die DB mit Ausnahme von Stuttgart 21 sämtliche Initiativen in diesem Bereich eingestellt habe, fehlen Ankerpartner wie Hitachi die Aussicht auf Folgeprojekte. Infolgedessen sei die technische Entwicklung heruntergefahren und Fachpersonal weggegangen.
  • Generalsanierungen: Abnahmeprüfer bei DB InfraGo seien mit der Begleitung von Korridorsanierungen beschäftigt, was für enorme Unsicherheit bei Stuttgart 21 sorge. Zumal die Testläufe bei Stuttgart umfangreicher ausfielen als bisher geplant.
  • Installationsfehler: Insider berichten von falschen Kabeln und Kabelschächten, fehlerhaftem Bahnsteigbau und Problemen mit der Brandschutzanlage im Tiefbahnhof; und auf der Strecke Bad Cannstatt – Waiblingen würde aktuell fehlerhafte neue Technik wieder abgebaut.

Auch der Wechsel in der Geschäftsführung bei der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (Rail Business vom 24.02.2026) werde, so der Bericht des SWR, unter Eingeweihten skeptisch beäugt. Der scheidende Olaf Drescher sei „einer der wenigen, die versucht haben, die Situation zu retten“, zitiert der SWR eine mit dem Projekt befasste Quelle. Seinem Nachfolger Klaus Müller werde, so der Bericht weiter, kein besonderes Interesse an der Digitalisierung der Schiene nachgesagt. (bm)

Artikel Redaktion Eurailpress
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