Datenübertragung: 5G-Campusnetzwerke bald auch im Fernverkehr?
Private 5G-Netzwerke sind sicher und leistungsstark - und könnten bald auch im Fernverkehr eine Rolle spielen, sagt Rüdiger Hnyk, Chief Operational Officer von Boldyn Networks Germany.
So könnte etwa die Lage an kritischen Punkten wie Bahnübergängen live in den Führerraum übertragen werden“, sagt der Manager in einem Interview in der aktuellen Ausgabe von bahn manager (Heft 1/26), die jetzt erschienen ist. „Triebfahrzeugführer könnten so deutlich vorausschauender fahren.“ Das britische Unternehmen Boldyn ist ein Spezialist für private 5G-Netzwerke, auch Campusnetzwerke genannt. Sie eignen sich für sicheren und leistungsstarken Empfang innerhalb abgeschlossener Bereiche wie Industriegelände. Das können beispielsweise Werkshallen oder Depots sein – einschließlich des Geländes um sie herum. Typische Anwendungsfälle für solche Netzwerke sind Rangieren im Depot oder Fernlenken in der Instandhaltung. Von Boldyn stammt auch das private 5G-Netzwerk, mit dem die Deutsche Bahn kürzlich auf ihrem Werksgelände in München-Steinhausen gemeinsam mit Alstom ein umgerüstetes Fahrzeug der Baureihe 423 per Fernlenkung rangiert hat. Bei dem Testeinsatz wurde die S-Bahn von einem Bedienplatz in einem Gebäude aus gesteuert. Ziel von Remote Train Operation (RTO) ist es, Personal zu entlasten und Prozesse zu beschleunigen.
Die DB hat einen Rahmenvertrag mit Boldyn über Planung, Aufbau und Unterhalt privater 5G-Netzwerke unterzeichnet. Zur Höhe des Rahmenvertrags sagen beide Seiten nichts. Laut Hnyk hat sein Unternehmen aber auch Lösungen für die DB-Fahrzeuginstandhaltungswerke in Krefeld und Cottbus entwickelt. „Während Krefeld als Erprobungsstandort dient, haben wir in Cottbus ein erstes produktives 5G-Campusnetz für die Instandhaltung installiert“, so der Manager in bahn manager. (gk)
