Polen: Warschauer Tram-Tender erneut annulliert

Die Warschauer Straßenbahn-Verkehrsgesellschaft Tramwaje Warszawskie hat ihre Ausschreibung zur Lieferung von bis zu 213 neuen Bahnen am Freitag (16.03.2018) erneut annulliert.

Der Schritt erfolgte im Ergebnis einer von der Landeseinspruchskammer KIO angeordneten Neubewertung der Angebote, nachdem Tramwaje Warszawskie das Verfahren bereits im vergangenen August wegen Budgetüberschreitung durch das bestbewertete Angebot annulliert hatte. Bieter in dem Verfahren waren ursprünglich Pesa, Škoda Transportation, Stadler/Solaris, Hyundai Rotem und Alstom Konstal, die Angebote von Stadler/Solaris und Alstom Konstal wurden jedoch als nicht konform mit den Ausschreibungsbedingungen abgewiesen. Die beste Bewertung erhielt damit ursprünglich Škoda mit einem Angebot in Höhe von 2,211 Mrd. PLN (526 Mio. EUR) netto, obwohl Stadler/Solaris mit 1,795 Mrd. PLN und Hyundai mit 1,818 Mrd. PLN deutlich günstiger waren. Die gute Bewertung für Škoda kam dabei vor allem über die Noten für Wartungsaufwand und Energieverbrauch zustande, doch fiel wegen der deutlichen Überschreitung des Budgets (1,9 Mrd. PLN) Ende August die Entscheidung, das Verfahren zu annullieren. Diese Entscheidung fochten mehrere Bieter bei der KIO an, die eine Neubewertung der Angebote anordnete. Im Ergebnis wies die Straßenbahngesellschaft nun das Angebot von Škoda mit der Begründung zurück, das Angebot sei von der KIO als nicht den Ausschreibungsbedingungen entsprechend befunden worden, da der Energieverbrauch auf der Grundlage von Annahmen berechnet worden sei, die in den Ausschreibungsbedingungen nicht enthalten waren. Das Angebot von Hyundai wurde ebenfalls abgewiesen, da die KIO es für nicht rechtens befunden hatte, dass Tramwaje Warszawskie Mängel bei einem Preisformular für Schulungen im Angebot der Koreaner als Fehlerkorrektur hatte durchgehen lassen. Das Angebot von Stadler/Solaris, das bereits im ersten Durchgang abgewiesen worden war, wurde nicht erneut bewertet. Somit blieb letztlich nur das Angebot von Pesa im Spiel, das mit 2,213 Mrd. PLN netto jedoch deutlich über dem Kostenvoranschlag von 1,9 Mrd. PLN lag, was zur erneuten Annullierung der Ausschreibung führte. Hyundai als einziger Bieter, dessen Preis nach Ausschluss von Stadler/Solaris im Budget lag, hat bereits Einspruch gegen diese Entscheidung angekündigt. (nov-ost/cm)

ÖPNV
Artikel Redaktion Eurailpress
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