Prof. Dr.-Ing. Lothar Fendrich

"Neue Initiative: Betonschwellenindustrie e. V. - innovativ.konkret"


Die grundlegende Forschung & Entwicklung, die Rahmenbedingungen für technisch-wissenschaftliche Innovationen und den Dialog zwischen Produzenten und Anwendern gilt es voranzutreiben und so auf die neuen Beanspruchungsbilder der Schwelle zu reagieren.

1. Im Juni erfolgte in Berlin die Gründung des Verbandes Betonschwellenindustrie e. V. Was ist der Anlass dafür?
Es sind zwei Anlässe: Zum einen die immer dringlichere Notwendigkeit eines umfassenden partnerschaftlichen Dialogs zwischen Anwendern und Produzenten von Betonschwellen. Da ist in der Vergangenheit der Gesprächsfaden abgerissen und es besteht ein eklatanter Nachholbedarf zum Vorteil beider Seiten. Zum anderen erfolgte diese Neugründung mit Blick auf den sich beschleunigenden demografischen Wandel, der zu Knowhow- Verlust und Entwicklungsstillstand sowohl bei Herstellern als auch bei Anwendern führen kann. Dem wollen wir von Industrieseite entgegentreten.

2. Wer sind die Startmitglieder und welche Personen bilden die Führungsriege?
Die Gründungsmitglieder dieser mittelständischen strategischen Industrieinitiative sind nicht nur alle Hersteller von Spannbetonschwellen für Schotteroberbau und Feste Fahrbahn sowie Fertigteiltragplatten in Deutschland, sondern wegen des systemischen Verbundes auch Hersteller von Schienenbefestigungs- und sonstigen Komponenten sowie Firmen, die mit Lagerung, Verladung, Transport und automatischer Verlegung im Gleis - also mit der gesamten Handhabung der einbaufertigen Betonschwelle - befasst sind. Auf der Gründungsversammlung wurde der Vorstand mit Herrn Dr.-Ing. Karsten Derks, CEO der SPITZKE SE, als Vorsitzendem und Herrn Jochen Riepl, Geschäftsführer der RAIL. ONE GmbH, als weiterem Vorstandsmitglied gewählt. Zum hauptamtlichen Geschäftsführer wurde Ihr Interviewpartner berufen. Ein Beirat, in dem Persönlichkeiten der Bahnbranche mitwirken, wird den Verband zur Förderung der Verbandsziele mit Rat und Tat unterstützen.

3. Welche Ziele verfolgt der neue Verband?
Zweck des Verbandes ist die Initiierung und Koordinierung des fachlichen Dialogs zwischen den Mitgliedern und Anwendern von Spannbetonschwellen für Gleise und Weichen mit dem Ziel einer kontinuierlichen Produktverbesserung und der Sicherstellung des Regelkreises der Bautechnik - also der systematischen Rückkopplung aus der Produktnutzung in den Bahnnetzen über den Lebenszyklus hinweg. Die Aufgaben des Verbandes, nämlich technische Innovationen anzuregen, Forschungs-und Entwicklungsbedarf zu identifizieren und entsprechende F&E-Vorhaben zu begleiten, lassen sich daraus ableiten. Wichtig wird auch die Einrichtung eines partnerschaftlichen Dialogforums zwischen Herstellern und Anwendern über das Betriebsverhalten der Spannbetonschwelle im Gleis und in der Weiche sein. Den Gründern des Verbandes ist bewusst, dass die vorstehend angeführten gemeinsamen technischen Zielsetzungen in keiner Weise das firmenspezifische produktions-und verfahrenstechnische geistige Eigentum antasten sollen. Vielmehr bekennt sich der Verband nicht nur zum Technologie- und Qualitätswettbewerb seiner Mitglieder untereinander, sondern er will ausdrücklich Markt und Wettbewerb insgesamt fördern.

4. Sind die Aktivitäten eher auf die deutschsprachigen Länder ausgerichtet oder sind auch internationale Perspektiven vorhanden?
Die Beteiligten wollen ihre internationale Technologie- und Qualitätsführerschaft rund um die Spannbetonschwelle unmittelbar sichern und ausbauen, auch zur Stärkung des Standortes Deutschland. Perspektivisch ist natürlich der europäische Eisenbahnraum einbezogen, was sich auch bereits aus den Strukturen der einzelnen Mitgliedsfirmen ergibt. Die Betonschwelle "spricht" nicht nur deutsch. Außerdem vertritt der Verband die Mitgliederinteressen auf internationaler Ebene.

5. Wo können interessierte Unternehmen während der InnoTrans Kontakt zum neuen Verband herstellen?
Wir werden aus verständlichen Gründen keinen eigenen Stand auf der InnoTrans haben. Alle Mitglieder werden auf ihren Messeständen mit einem eigens für diesen Zweck erstellten Flyer auf den Verband aufmerksam machen und die Beweggründe ihrer Mitgliedschaft erläutern.  Insbesondere die Vorstände des Verbandes werden auf den Ständen ihrer Unternehmen in Sachen Betonschwellenindustrie e. V. ansprechbar sein. Als Geschäftsführer stehe ich "rund um die Uhr" auf der InnoTrans zu Gesprächen zur Verfügung und ich freue mich über den Gedankenaustausch mit Interessierten und möglicherweise auch zukünftigen Mitgliedern.

Hier können Sie sich das ganze Interview als pdf herunterladen.

 

 

Interviews
Artikel von Kurzinterview aus der ETR, Ausgabe 09/12
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