Bundestag befasst sich mit Vorzugsvariante
Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat zur Vorplanung und Öffentlichkeitsbeteiligung der Aus- und Neubaustrecke Hannover – Hamburg getagt.
In der Anhörungsprachen Vertreter von betroffenen Städten und Gemeinden (Lüneburger Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch, Bürgermeister von Tostedt Peter Dörsam, Landrat Heidekreis Jens Grote) sowie der niedersächsische Landespolitiker Omid Najafi MdL. Als Sachverständiger ware Thomas Siefer von der Technischen Universität Braunschweig, Institut für Verkehrswesen, Eisenbahnbau und -betrieb, geladen. Angehört wurden ebenfalls Interessenverteter: Kay Rabe von Kühlewein, VCD Landesverband Niedersachsen e. V.; Lutz Könner, Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e. V. (ZDS); Lukas Iffländer, Fahrgastverband PRO BAHN e. V., Bundesvorsitzender. Für DB InfraGo nahm Matthias Hudaff, Leiter Großprojekte ABS/NBS Hamburg-Hannover, vor den Abgeordneten Stellung.
Das Projekt ist umstritten. In einem gemeinsamen Schreiben haben zuletzt die Verkehrssenatoren bzw. Verkehrsminister der sechs Bundesländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Nordrhein-Westfalen die Ausschuss-Mitglieder aufgefordert, die „Weichen“ für dieses wichtige Infrastrukturprojekt zu stellen, um die Engpässe zu beseitigen (NDR). Die Unterschrift des betroffenen Landes Niedersachsen fehlt aber. Bislang hat sich das Land gegen einen Neubau und für eine Ausbau der Bestandsstrecke ausgesprochen. Landesverkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat immer wieder die Neubaupläne kritisiert: Bei einer Neubaustrecke würde sich bis zur Inbetriebnahme für die nächsten 30 Jahre an den Kapazitätsengpässen nichts mehr ändern.
In Niedersachsen regiert die SPD mit Bündnis 90/Die Grünen, die allerdings eine Umsetzung der Neubaustrecke bis 2045 für realistisch halten – deren Bundestagsfraktion vergangene Woche am 15.04.2026 aber in einem Entschließungsantrag zur heutigen parlamentarischen Befassung umfangreiche Änderungen an der Neubaustreckenplanung forderte: mehr Regionalhalte, mehr Lärmschutz und eine Bündelung der Trasse mit der Autobahn A 7. Außerdem müsse durch Infrastrukturmaßnahmen eine schnelle Kapazitätserweiterung der Bestandsstrecke ermöglicht werden. Darüber hinaus müssten bei der Generalsanierung 2029 zusätzliche Bahnsteige errichtet und ein Teil der in den 1990er-Jahren abgebauten Überholgleise wiedereingebaut werden. (fm/bm)
