HÉV-Schnellbahnen: Budapester Fahrzeugtender wird zurückgenommen – Chance für TMH?

Das Vergabeverfahren vom September 2020 zur Beschaffung neuer Garnituren für die Budapester HÉV-Schnellbahnen soll zurückgezogen und neu aufgelegt werden.

In einem der Presse zugespielten Brief vom 13.03.2021 weisen die ungarischen Minister Andrea Mager (für das Staatsunternehmen MÁV zuständig) und Gergely Gulyás (Amt des Ministerpräsidenten) die ausschreibende Tochter MÁV-HÉV der Staatsbahn dahingehend an. Die Angebote von Stadler und Alstom würden den Kostenvoranschlag um 30 % übersteigen. Stadler soll rund 12,5 Mio. EUR pro Garnitur verlangen, Alstom 13,7 Mio. EUR. Ausgeschrieben waren 42+12 spezielle Niederflur-Zweisystemgarnituren mit mindestens 700 Sitzplätzen. U.a. waren europäische Normalspur-Referenzen gefordert, die seitens der russischen TMH nicht erfüllt wurden. Vertreter von TMH hatten sich trotzdem zuversichtlich geäußert. Die Fahrzeugbeschaffungen waren dann auch Gegenstand der Gespräche zwischen Viktor Orbán und Wladimir Putin. Die Ausschreibung für die Erneuerung von Budapester Metro-Garnituren (statt Neufahrzeuge) konnte TMH in der Folge für sich entscheiden. Wie nun auch bekannt wurde, hat sich TMH vor der Ausschreibung der HÉV-Garnituren mittels einer vorgeschalteten Streitbeilegung erfolglos für eine Änderung der Anforderungen eingesetzt. Nun wird spekuliert, ob die ungarische Seite darum nicht mit den westeuropäischen Herstellern im Rahmen der nächsten Verfahrensrunde verhandelt, um TMH durch eine Neuausschreibung eine Chance zu geben. (in/cm)

Politik
Artikel Redaktion Eurailpress
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