Belgien: SNCB, Infrabel und Lokführer wegen Unfall Buizingen verurteilt

Am 15.02.2010 kam es in Buizingen zu einem folgenschweren Zugzusammenstoß, in dessen Folge 19 Menschen starben. Jetzt hat der Polizeigerichtshof in Brüssel die ersten Urteile gefällt.

Der Richter vertrat die Ansicht, dass alle drei beteiligten Parteien – Infrabel, SNCB/NMSB und der Triebfahrzeugführer – schuldig und verantwortlich für die Tragödie seien. Letztere erklärt, sein Signal habe „Grün“ gezeigt, der Staatsanwalt war aber überzeugt, dass das Signal rot war. Der Richter folgte hier dem Staatsanwalt. Der SNCB wurde vorgeworfen, auf dem betreffenden Zug nicht das verbesserte Zugsicherungssystem TBL1+ installiert zu haben. Infrabel und die SNCB müssen je 550.000 EUR Strafe zahlen, der Triebfahrzeugführer blieb trotz Schuldspruch ohne Strafe. Der Unfall beschleunigte die Einführung von TBL1+ im Netz und auf den Fahrzeugen. (qv/cm)

Recht
Artikel Redaktion Eurailpress
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