Italien: Kartellamt untersucht Verkehrsvertrag der Region Venetien mit Trenitalia - Wurde Arriva ausgebootet?

Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM untersucht die Umstände, wie der Anfang 2018 abgeschlossene Verkehrsvertrag der Region mit der FS Trenitalia zu Stande kam.

Dieser hat einen Auftragswert von 4,4 Mrd. EUR bei einer Laufzeit von 2018 bis 2032. Das Verfahren gegen die Ferrovie delle Stato S.p.A. (FS), die Rete Ferroviaria Italiana S.p.A. (RFI) und Trenitalia S.p.A. wurde am 03.05.2018 eingeleitet. Es geht um die Frage, ob die drei öffentlichen Unternehmen ihre beherrschende Stellung in Bezug auf die direkte Vergabe an Trenitalia missbraucht haben. Laut der Behörde "haben die drei Unternehmen der Gruppe FS zwischen 2015 und 2017 eine Gesamtstrategie verabschiedet, die darauf abzielt, die Position des gesetzlichen Monopols von RFI …. auszunutzen, um die Position des etablierten Unternehmens zu wahren". Das Verfahren kann rund ein Jahr dauern. Anlässlich der damaligen Unterzeichnung des Dienstleistungsvertrages zeigte sich der Geschäftsführer von Arriva, Angelo Costa, "sehr überrascht" und erklärte: "Wir waren nie in der Lage, aufgrund der Informationsasymmetrie mit Trenitalia ein detailliertes Angebot vorzulegen. ... Wie hat die Region festgestellt, dass Trenitalia das beste Angebot abgegeben hat, wenn es kein Vergleichsangebot gab?" (wkz/cm)

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Artikel Redaktion Eurailpress
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