Kanada: Prozess gegen drei Eisenbahner zum Unglück von Lac-Mégantic

Als Folge einer der schlimmsten Eisenbahnunglücke in Kanada, bei dem im Juli 2013 in Lac-Mégantic, Quebec, 47 Menschen getötet wurden, ist am Montag (02.10.2017) der Prozess gegen drei Eisenbahner der ehemaligen Bahngesellschaft Montreal, Maine & Atlantic eröffnet worden.

Angeklagt sind der Lokführer, ein Zugbegleiter und ihr vorgesetzter Betriebsdirektor wegen „krimineller Fahrlässigkeit”. Der auf einem Hügel unbeaufsichtigt abgestellte Zug mit 72 beladenen Kesselwagen hatte sich in der Nacht des 06.07.2013 in Bewegung gesetzt, bevor er im Zentrum des Ortes Lac-Mégantic entgleiste. Fast alle Kesselwagen explodierten, etwa 30 Gebäude wurden zerstört. Die Untersuchung des kanadischen Sicherheitsbüros BST ergab, dass der Lokführer nur fünf Lokomotiven und zwei Wagen abgebremst hatte, als er den Zug etwa 10 km von der Stadt entfernt abstellte. Die Ermittler wiesen auch auf die Nachlässigkeit des kanadischen Verkehrsministeriums in seiner Aufsicht über die Eisenbahngesellschaft hin. Zu einem späteren Zeitpunkt wird ein weiterer Prozess zur Haftung des Betreibers Montreal, Maine & Atlantic (MMA) stattfinden, der unmittelbar nach der Katastrophe Konkurs angemeldet hatte. (wkz/cm)

Recht
Artikel Redaktion Eurailpress
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