Güterbahnen zwischen Abgrund und Aufbruch
Die Atmosphäre auf dem jährlichen Symposium des Verbandes der Güterwagenhalter VPI mit rund 250 Teilnehmern, das gestern (13.01.2026) stattfand, war gleichermaßen von großen Herausforderungen wie von Aufbruchstimmung im Schienengüterverkehr (SGV) geprägt.
Referenten wie Stefan Jurisch (VDV) und Jan Elfenhorst (EP Cargo; NEE/Die Güterbahnen) schilderten eindrücklich, wie schwer sowohl Infrastrukturschwäche als auch Korridorsanierungen das operative Geschäft der Güterbahnen derzeit belasten; dazu kämen hohe bürokratische Komplexität und gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Die finanzielle Lage vieler Unternehmen sei dramatisch. Für 2026 prognostizierte Elfenhorst starke Konsolidierungs- und Marktbereinigungseffekte. Beide Verbandsvertreter erhoben die Forderung an politische Akteure, mit Überjährigkeit bei den Trassenpreisen sowie längeren Planungsvorläufen Unsicherheitsfaktoren zu reduzieren. Dabei sahen sie – wie alle anderen Referenten auch – erste Ansätze auf politischer Ebene und einen starken Willen in der Branche, den SGV weiterzuentwickeln. Ebenfalls positiv: der private Kapitalfluss in den europäischen SGV.
VPI-Vorsitzender Malte Lawrenz unterstrich die Bedeutung von europäischen Lösungen dabei. So bestimmten zwei europaweite Themen maßgeblich die fachliche Agenda: die Testung und Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) und die Novelle des AVV (Allgemeiner Vertrag für die Verwendung von Güterwagen) bei schleppender Nutzung des dazu entwickelten Software-Tools GCU Broker. Zu letzterem nahmen Karl-Heinz Fehr (VPI), Prof. Dr. Rainer Freise und Christian Kühnast (DB Cargo) ausführlich – und nicht ganz unkontrovers – Stellung. Mehr in der kommenden Ausgabe von Rail Business 4/26. (bm)