Palla will keine übergreifenden Konzernprogramme mehr
DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla hat am Donnerstag (11.12.2025) konkrete Maßnahmen für den „Neustart Bahn“, einer Umorganisation im DB-Konzern, vorgestellt.
Bereits zum 01.01.2026 treten dafür verschiedene organisatorische Veränderungen in Kraft, wie der DB-Aufsichtsrat gestern (10.12.2025) beschlossen habe. Wie zum Teil schon vorher bekannt (Rail Business vom 05.12.2025), will die DB eine komplette Zwischenebene unter dem Konzernvorstand streichen und die erste Führungsebene darunter von 43 auf 22 Organisationseinheiten reduzieren. Insgesamt ist laut Palla das Ziel, dass bei den Governance-Funktionen in der DB-AG-Holding rund 30 % der 3500 Stellen reduziert werden. In Sachen Dezentralisierung kündigte sie an, dass die DB AG künftig keine konzernweiten Konzernprogramme mehr auflegen wolle. Das laufende Sanierungsprogramm „S3“ wird zum 31.12.2025 beendet. Stattdessen soll die Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsverantwortung direkt in der „Liniensteuerung für die Geschäftsfelder“ liegen. Damit sollen bisher bestehende parallele und eventuell sogar gegenläufige Anreize zwischen Strategien im Geschäftsfeld und aus der Zentrale vermieden werden. Dennoch soll es eine bei Palla angehängte Funktion „zur Steuerung der Qualität“ geben, die auf Konzernebene koordiniert, dass sie zur Erreichung der Wirtschafts- und Qualitätsziele des Konzerns – Palla nannte etwa 60 % Pünktlichkeit im Fernverkehr im Jahr 2026 – ausreichen. Bei der DB InfraGo soll auf allen Ebenen – im Vorstand wie in den Netzregionen – Fahren und Bauen wieder bei einer verantwortlichen Stelle gebündelt werden, um eine für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen bessere Abstimmung von Sperrpausen und Betrieb zu gewährleisten. Mehr zu Pallas Plänen in Rail Business 51/25. (jgf)
Anm. d. Red.: Im Teil zur DB InfraGo ist eine redaktionelle Änderung erfolgt. In einer vorigen Version war fälschlicherweise vom „Konzernvorstand“ die Rede. Gemeint ist natürlich der InfraGo-Vorstand.
