Waggonbrand in Berlin: Verklebtes Hauptschütz wohl Hauptursache

Am 19.10.2019 brach bei einem Waggon eines Fußballsonderzuges in einem Wagen zwischen Berlin Zoologischer Garten und Berlin Hauptbahnhof ein Brand aus, in deren Folge der Waggon vom Typ Am 208, Baujahr 1954, vollständig ausbrannte.

Die Ursache ist dabei ein technischer Defekt, so der Zwischenbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung vom 17.01.2020. In dem Wagen der Centralbahn fanden die Gutachter der TÜV Süd Rail GmbH bei der Untersuchung am 17.12.2019 u.a. ein verklebtes Hauptschütz, massiven Wasserverlust im Wärmetauscher und Andampfungen an der Spule vom Steuerrelais. Zudem besaß der Wagen keinen Übertemperaturschutz, was aber laut Bericht bei diesem älteren Wagentyp nicht vorgesehen sei. Das verklebte Hauptschütz verhinderte ein Abschalten der Heizung trotz Überhitzung, so die Gutachter, und da keine weitere technische Sicherung vorhanden war, kam es letztlich zum Brand entweder von abgelagerten Stäuben bzw. Flusen oder ausgetrockneten Hölzern der Verkleidung oder zur Entzündung der Wasser-Frostschutz-Dampfwolke im Innendeckenbereich an den heißen Grundkörpern der in der Innendecke befindlichen Abteilbeleuchtung. Die Sicherheitsempfehlung 1/2020 lautet daher, „durch geeignete betrieblich-organisatorische bzw. vorzugsweise technische Maßnahmen den sicheren Betrieb der Heizungsanlagen zu gewährleisten“. Der Schaden lag bei rund 155.000 EUR. (cm)

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Artikel Redaktion Eurailpress
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