Go-Ahead verlässt Markt zum Fahrplanwechsel 2027

Ein Regionalzug vom Betreiber Go-Ahead in Kristiansand; Foto: Go-Ahead

Das britische Verkehrsunternehmen Go-Ahead wird sich nach Medienangaben von heute (08.06.2026) im Dezember 2027 aus dem norwegischen Markt zurückziehen.

Der für Go-Aheads Bahnsparte zuständige Direktor Patrick Verwer wird mit den Worten „Es ist sehr schwierig, auf dem heutigen norwegischen Markt zu operieren“ zitiert. Als erstes ausländisches EVU gewann Go-Ahead im Rahmen des Verkehrspakets 1 den Zuschlag für norwegische Verkehre und betreibt seit 2019 in Südnorwegen zwischen Oslo und Stavanger die Sørlandsbanen, die Arendalsbanen und die Jærbanen. Obwohl der Vertrag bis Ende 2027 gilt, beschloss die Regierung bereits im Herbst 2024, Go-Ahead keine Vertragsverlängerung anzubieten und Vy per Direktvergabe mit dem Betrieb der Linien ab Dezember 2027 zu beauftragen (Rail Business vom 23.10.2024).
Von der Vergabe an Go-Ahead hatte die Regierung 300.000 mehr Fahrgäste, kürzere Fahrzeiten, Ausgaben in Höhe von 150 Mio. NOK (13,75 Mio. EUR) und 90 % Pünktlichkeit erwartet. In der Praxis waren es 300.000 weniger Fahrgäste, längere Fahrzeiten, Kosten in Höhe von 500 Mio. NOK (45,85 Mio. EUR) und 66 % Pünktlichkeit. Go-Ahead erklärt die schlechten Zahlen unter anderem damit, dass die 20 Jahre alten, von Norske tog zur Verfügung gestellten Züge niemals ohne Mängel gewesen seien. Das Unternehmen, das die Wartung im vergangenen Jahr selbst übernommen hat, spricht von einem Instandhaltungsstau von 25 Jahren, was vom zuständigen staatlichen Unternehmen Mantena bestritten wird. (hz)

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