Wilder Bergstollen führt zur Streckenschließung in Essen

Arbeiten in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs während eines bergbaualtlasten-bedingten Sperrung im November 2013; Foto: R. Holtz
Unterhalb der über die Gleise (Strecken 2300 und 2291) führenden Hans-Böckler-Straße sind bei Erkundungsbohrungen für die neue Essener City-Straßenbahn ein wilder, also nicht kartierter Bergbaustollen gefunden worden. Das Relikt aus der Kohlezeit, das sich in 14–19 m Tiefe befindet, muss zunächst verfüllt werden, bevor der Zugbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Bis dahin enden und starten aus Hamm kommende Regionalexpresse RE1, RE6 und RE11 in Essen Hauptbahnhof oder in Bochum. Gleiches gilt für die aus Dortmund kommende S1. Der aus Dorsten kommende RE14 endet in Bottrop. Die normalerweise bis Oberhausen fahrende S3 wendet in Steele-Ost. Teilweise ist Schienenersatzverkehr eingerichtet worden. Betroffen sind auch der Schienengüterverkehr sowie der Fernverkehr: Ein Großteil der ICE-Verbindungen durchs Ruhrgebiet fährt auf dem Regelweg auf der Strecke 2300. Allerdings sind derzeit viele dieser Verbindungen ohnehin über Wuppertal umgeleitet, da seit 09.10.2026 planmäßige Streckensperrungen rund um Duisburg stattfinden.
Es ist nicht das erste Mal, dass Altlasten des Bergbaus den Bahnverkehr in Essen beeinträchtigen. Im November 2013 wurde nach einem Stollenfund der Fernverkehr tagelang umgeleitet, die S-Bahnen mussten an der Schadstelle vorbeischleichen. Im Oktober 2017 musste die S6 bei Essen-Stadtwald nach durch alte Bergbaustrukturen verursachten Schäden an einer Stützmauer wochenlang gesperrt werden. (hz)