Schleswig-Holstein und DB vereinbaren Fünf-Punkte-Plan

Zug der Marschbahn; Quelle: DB Regio/ Christian Bruch

Bei ihrem heutigen (20.04.2026) Treffen auf Sylt haben sich die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther auf fünf Maßnahmen für die Strecke Hamburg – Niebüll – Westerland verständigt.

Das gab heute Nachmittag das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein bekannt. Im Einzelnen wurden zwei kurzfristige und drei mittelfristige Vorhaben festgehalten:

  • ein Trassentausch zwischen dem Regionalverkehr (Betreiber: DB Regio) und den Autozügen
  • ein gemeinsames Störfallkonzept, das alle beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und Instandhaltungsbereiche enger verzahnen soll
  • ein zweigleisiger Ausbau
  • Bau des neuen elektronischen Stellwerks (ESTW) Niebüll sowie
  • die Modernisierung des Bahnhofs Westerland.

Bei Letzterem sollen Bauarbeiten im Empfangsgebäude bereits Ende 2026 beginnen; der Abschluss der Maßnahmen ist für 2029 geplant. Auch beim ESTW Niebüll handelt es sich um ein bereits beschlossenes Bauvorhaben: Es soll 2028 in Betrieb gehen. Der zweigleisige Ausbau der besonders belasteten Abschnitte Niebüll–Klanxbüll und Morsum–Tinnum befindet sich nach Abschluss der Vorentwurfsplanung in der parlamentarischen Befassung (Rail Business vom 26.03.2026). Auch die Elektrifizierung der Strecke bleibt laut MWVATT Teil der Modernisierungsstrategie für die Marschbahn. 
Das Vorgehen „Marschbahngipfel“ ist von Fachpolitikern kritisiert worden. „Dass wir von einem bereits terminierten Gipfel zur wichtigsten Bahnverbindung an der Westküste nur durch eine Kleine Anfrage erfahren, ist das eine“, sagte beim Bekanntwerden der Pläne für die heutige Veranstaltung im Februar die verkehrspolitische Sprecherin der Südschleswigscher-Wählerverband-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch (SSW). „Dass dieser Gipfel offenbar unter Ausschluss nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch des Landtags und der Kommunen stattfinden soll, setzt dem Ganzen die Krone auf.“ Matthias Gastel, Berichterstatter für Bahnpolitik der Grünen Bundestagsfraktion, ordnete das Gipfeltreffen heute so ein: „Bisher gibt es kein Geld vom Bund für die weiteren Planungen, die nach der parlamentarischen Befassung für die ABS Niebüll-Westerland anstehen würden.“ Besonders die anstehenden Haushaltsverhandlungen seien daher essenziell: „Die entscheidenden Hausaufgaben für den verlässlichen und zügigen zweigleisigen Ausbau der Marschbahn können nur hier im Bundestag in Berlin erledigt werden.“ (bm)
 

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