Irische Bahnen bestellen Flirt für Dublin – Belfast

Vertragsunterzeichnung in der Belfast Grand Central Station (v.l.n.r.): Darragh O’Brien, Verkehrsminister Irland (hinten links); Liz Kimmins, Infrastrukturministerin Nordirland; Simon Harris, Tánaiste; Micheál Martin, Taoiseach; Michelle O’Neill, Erste Ministerin Nordirland; Emma Little-Pengelly, stellvertretende Erste Ministerin Nordirland; Gina McIntyre, Geschäftsführerin des Special EU Programmes Body (SEUPB); Gillian Morton, Northern Ireland Office (NIO); Chris Conway, Geschäftsführer Translink (vorne links); Mary Considine, Geschäftsführerin von Iarnród Éireann; Ralf Warwel, Verkaufsleiter Vereinigtes Königreich und Irland Stadler; Daniel Baer, Divisionsleiter Service Stadler; Foto: Stadler
Gestern (07.05.2026) unterschrieben im Belfaster Grand-Central-Bahnhof die nordirische Infrastrukturministerin Liz Kimmens und der irische Verkehrsminister Darragh O’Brien im Beisein der Regierungschefs von Irland und Nordirland sowie des irischen Präsidenten und einem Vertreter der britischen Regierung mit Stadler einen Vertrag über acht Flirt-Züge inklusive 15 Jahren Wartung. Betreiber der „Enterprise“ sind die irischen Bahnen Iarnród Éireann (IÉ) und Translink Northern Ireland Railways (NIR).
Die bestellten Fahrzeuge werden mit einem Diesel-Elektro-Batterie-Antrieb ausgestattet. Damit können sie im nicht-elektrifizierten nordirischen Netz im Großraum Belfast unter Batterie fahren, danach mit Dieselmotor über die Grenze in die Republik Irland. Dort werden sie ab Drogheda über die Fahrleitung gespeist und fahren elektrisch weiter nach Dublin. Die neuen Züge sind zudem so konzipiert, dass sie nach der vorgesehenen Elektrifizierung der Enterprise-Strecke unterbruchsfrei zwischen den beiden Ländern verkehren können. Irland verwendet 1,5 kV DC, Nordirland 25 kV AC.
Die Kosten von 548 Mio. GBP (698 Mio. EUR) für neue Züge und die dazugehörige Infrastruktur wird gemeinsam von der nordirischen Regierung (Department for Infrastructure) und der irischen Regierung (Department of Transport) finanziert. Zusätzlich wird das Projekt mit 165 Mio. EUR aus der von dem Special EU Programmes Body (SEUPB) verwalteten Friedensinitiative „Peaceplus“ unterstützt. „Peaceplus“ wird von der Europäischen Union, der Regierung des Vereinigten Königreichs, der Regierung Irlands sowie der nordirischen Exekutive kofinanziert. Trotz Fortschritten in den zurückliegenden Jahrzehnten steht die irische Insel nach wie vor im Schatten der gewaltsamen Kämpfe um Unabhängigkeit und des Terrorismus; politische und religiöse Spannungen bestehen nach wie vor. (bm)