UIP: „Ohne Frage sehr teuer“; BAV: Noch keine Position

Gestern (10.08.2026) veröffentlichte die JNS-Arbeitsgruppe „Unfall Gotthard-Basistunnel – gebrochene Räder“ ihren überarbeiteten Abschlussbericht.

Die in der Erstfassung vom 19.12.2025 festgehaltenen Sicherheitsmaßnahmen hatte das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAV) als „unzureichend“ bezeichnet und hielt an der Einführung seiner verschärften Kontrollmaßnahmen fest. In der gestern mit einiger Verspätung erschienenen Neufassung des Berichts sieht Gilles Peterhans, Generalsekretär der UIP (Union der internationalen Wagenhalter) und Mitglied des JNS-Gremiums, die Etablierung „eines europäischen Regelwerks statt nationaler Alleingänge“. Gegenüber unserer Schwesterpublikation DVZ sagte er: „Die wesentliche Änderung zu den bisherigen Vorschlägen ist, dass wir jetzt eine systematische Inspektionslogik für die Überprüfung der Räder haben“. Ferner: „Die Vertreter des BAV waren bei den Sitzungen dabei. Daher gehe ich davon aus, dass sie diese neue Lösung mittragen.“ Nicht ganz so eindeutig äußerte sich allerdings ein Sprecher des BAV kurz vor Veröffentlichung des JNS-Papiers gegenüber der DVZ: „Sobald der definitive Bericht veröffentlicht ist, werden wir ihn im Detail analysieren und unsere Haltung definieren. Erst dann können wir uns äußern.“
Betroffen von den neuen Regelungen sind alle Güterwagen mit Klotzbremsen – beinahe die gesamte europaweite Flotte von etwa 650.000 Güterwagen, wovon etwa 550.000 regelmäßig im Einsatz sind. „Zum einen ist es die Aufgabe der JNS, gemeinsam mit den Akteuren jetzt eine Studie zu erstellen, wie der Zustand der Räder ist“, sagt Peterhans zur Umsetzung. Erst danach könne man absehen, wie viele Räder in welchen Intervallen in die Werkstatt müssten – und dann auch die Kosten der Maßnahmen abschätzen. Zudem wird nach dieser ersten Bestandaufnahme eine fortlaufende Instandhaltungsdokumentation notwendig sein. „Das wird ohne Frage alles sehr teuer“, so Peterhans. (cd/bm)

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