Hinterlandanbindung steht vor starker Kostensteigerung
Gestern (03.06.2026) wurde in verschiedenen Medien berichtet, dass der Bundesrechnungshof mittlerweile Gesamtkosten von 10,7 Mrd. EUR für die 88 km lange Neu- und Ausbaustrecke 1105 bzw. 1100 („Hinterlandanbindung“) erwartet. Dieser Betrag soll vergangenen November in einem vertraulichen Vermerk festgestellt worden sein – und wäre über doppelt so hoch wie die letzte Kostenschätzung der Deutschen Bahn, die aus dem Jahr 2020 stammt: 3,9 Mrd. EUR. „Damals wurde die Schienenanbindung mit 2,8 Mrd. EUR kalkuliert“, sagte heute Morgen (04.06.2026) ein DB-Sprecher im Gespräch mit Rail Business: „Weiter wurden für den Bau eines rund 2 km langen Tunnels unter dem Fehmarnsund sowie den Umbau der Bestandsbrücke für Fußgänger und landwirtschaftliche Nutzung 700 Mio. EUR veranschlagt. Dazu kamen Planungskosten, parlamentarische Befassung usw..“ Zwar könne der Konzern keine Stellung zur nun im Raum stehenden Summe nehmen, da es sich um ein internes Dokument handele. Aber es sei von einer Kostensteigerung auszugehen: „Es hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass Effekte wie Inflation und Entwicklungen in Einkaufspreisen für Rohstoffe zu steigenden Ausgaben führen.“ Einen neuen Kostenstand gebe es allerdings nicht, weil auch kein neuer Zeitplan für Fertigstellung und Inbetriebnahme stehe: „Wir befinden uns gerade in Gesprächen dazu.“ Derzeit ist der Bau des Fernmarnbelttunnels um zwei Jahre verspätet (Rail Business vom 16.01.2026) und die dafür verantwortliche Sund & Bælt Holding A/S hat angekündigt, den Bahnbetrieb erst im Nachgang zu eröffnen – unter anderem wegen der Unsicherheit bezüglich der Fertigstellung der Hinterlandanbindung (Rail Business vom 18.05.2026). (bm)