Neuartige Schwefelschwellen gehen ab Juni in den Test

Neugierig betrachten Besucher des Geländes der DB Bahnbau Gruppe in Hanau die neuartigen Schwefelschwellen. Quelle: Georg Kern
Das bestätigte Christian Kilger, der im Auftrag des belgischen Konzerns den DACH-Markt betreut, auf Anfrage von bahn manager. Demnach würden rund 2300 Schwefelschwellen bei Nürnberg verbaut und fünf Jahre lang getestet, wobei die DB InfraGo die Schwellen im Rahmen der Betriebserprobung regelmäßig kontrollieren werde. Von der Deutschen Bahn war zwar keine offizielle Bestätigung für die Tests zu bekommen, Kreise bestätigten jedoch die Informationen gegenüber bahn manager.
Neu an den Schwellen ist, dass bei der Produktion nicht – wie sonst üblich – Zement und Wasser als chemisches Bindemittel wirken. Stattdessen kommt Schwefel zum Einsatz, der unter anderem als Abfallprodukt in Erdgas- und Erdöl-Raffinerien entstanden ist. Die Deutsche Bahn interessiert sich vor allem deshalb für die Lösung, weil die Schwefelschwellen vollständig zu neuen Schwellen recycelt werden können. Die Kreislaufwirtschaft deutlich auszubauen und bis 2040 klimaneutral zu werden sind die zentralen Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens.
Wenn die Testergebnisse positiv ausfallen, würde die Schwefelschwelle als Regelbauart zugelassen, erläuterte Kilger. De Bonte hatte bereits 2023 die Zulassung zur Betriebserprobung für die Schwellen von der EBA erhalten.
Weitere Schwefelschwellen von De Bonte sollen ab 2027 bei Darmstadt in den Testbetrieb gehen, sagte Kilger. Allerdings seien diese Produkte nicht besohlt. Mit elastischen Polymeren besohlte Schwellen sind schon heute bei der Bahn standardmäßig im Einsatz, weil sie Schwingungen dämpfen und somit unter anderem den Schotter schonen und die Gleislagestabilität erhöhen.
Schwefel ist bei Raumtemperatur fest, wird jedoch ab Temperaturen von über 115 Grad Celsius flüssig und kann wie üblich in einem Mischer verarbeitet werden. Bei der Abkühlung wird das Schwefel-Gesteinsgemisch fest.
Bei Zement und Wasser führt dagegen eine chemische Reaktion zur Bindung. Die Herstellung von Zement gilt als vergleichsweise stark klimabelastend. Im Jahr 2024 stammten laut Angaben des World Economic Forum (WEF) gut zwei Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland aus der Zementherstellung und acht Prozent weltweit. (gk)
Diese Meldung ist der neuen Ausgabe von bahn manager entnommen (Heft 2/26), die gerade erschienen ist.