VDV wirft BMV ein „Ablenkungsmanöver“ vor
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat dem Bundesverkehrsministerium (BMV) ein „Ablenkungsmanöver“ vorgeworfen, nachdem das Ministerium gestern ein Zwischenergebnis der D-Ticket-Evaluation mit Arbeits- und Erhebungsstand bis Ende September 2025 veröffentlicht hat (Rail Business vom 14.04.2026).
Mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung direkt nach dem Entlastungsgipfel der Bundesregierung, dessen Ergebnisse am Montag (13.04.2026) veröffentlicht wurden, scheine man davon ablenken zu wollen, dass die Koalition einen Tankrabatt beschlossen hat, „aber keine Entlastungsmaßnahmen für die 24 Mio. Fahrgäste, die durch ihre ÖPNV-Nutzung täglich aktiv dazu beitragen, dass in Deutschland erheblich weniger Diesel und Benzin verbraucht werden“. Laut VDV seien die mehr als sechs Monate alten Ergebnisse zudem „an entscheidender Stelle unzutreffend“. Das angebliche Potenzial an zusätzlichen Kundinnen und Kunden beim D-Ticket – das Gutachten nannte 5,8 Mio. Abos – stelle der VDV „in den Verkaufszahlen nicht fest“. Vielmehr werde aufgrund des immensen wirtschaftlichen Drucks auf die Verkehrsunternehmen das ÖPNV-Angebot bundesweit teilweise reduziert, was dem Gedanken des D-Tickets „widersinnig“ sei. Ohne Maßnahmen auch des Bundes „werden die Verkaufszahlen eingefroren bleiben“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. „Überrascht“ zeigte sich der VDV, dass das BMV eine konsequente Marketingkampagne für das D-Ticket ins Spiel bringe. Die Branche, die dafür jährlich einen siebenstelligen Eurobetrag aufbringe, habe das Bund und Ländern immer wieder vorgeschlagen – der Bund sei seinerseits allerdings vor über einem Jahr aus einer bundesweiten Kampagne ausgestiegen. (jgf)