Gemischte Reaktionen auf jüngste DB-Bilanz

Die vorgestellten Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025 der Deutschen Bahn AG haben ein gemischtes Echo hervorgerufen.

„Positiv ist, dass Umsatz und operatives Ergebnis sich verbessert haben“, schreibt der Grünen-Bundestags-Verkehrspolitiker Matthias Gastel. Der Umsatz der DB ist 2025 um 3,0 % auf rund 27 Mrd. EUR gewachsen, das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) nach deutlichem Minus im vergangenen Jahr auf 297 Mio. EUR. Für das aktuelle Jahr 2026 rechnet die DB mit einem minimalen Umsatzwachstum, aber einem etwa doppelt so hohen Ebit.

Das Ebit von DB Cargo, das laut EU-Vorgaben Ende 2026 wieder positiv sein muss, lag mit –7 Mio. EUR nur noch knapp im roten Bereich. Der Wettbewerberverband NEE/Die Güterbahnen äußerte sich in seinem Statement dann allerdings gar nicht zum größten Marktteilnehmer, sondern zielte auf die Infrastruktur und bemerkte kritisch, dass DB-InfraGo-Aufsichtsratsvorsitzende und -Konzernchefin Evelyn Palla „zehn Jahre Wartezeit auf eine sanierte Infrastruktur“ verkündet habe. Kundenorientierung sei für die DB „nur eine PR-Floskel“, die Politik halte sich heraus, statt zu steuern. Im DB Fernverkehr sieht Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder in den – trotz auf 60,1 % erodierter Pünktlichkeit – wieder leicht auf 135,8 Mio. (immer noch weit unter Corona-Niveau) gestiegenen Fahrgastzahlen belegt: „Deutschland braucht die Bahn und Deutschland will die Bahn“. Auch finanziell konnte sich DB Fernverkehr (nach IFRS-Standard der Konzernbilanz) mit 45 Mio. EUR ins Plus arbeiten. Dennoch sieht Schnieder „noch eine Vielzahl an Herausforderungen“ bei der DB, insbesondere bei Qualität, Service und Pünktlichkeit des Fernverkehrs. 

Gastel weist hierbei darauf hin, dass „der Zustand der Infrastruktur und die anhaltenden Einschränkungen im Betrieb direkte wirtschaftliche Folgen haben“. Das zeige etwa die Abschreibung, die die DB aufgrund gedämpfter Umsatzerwartungen im Fernverkehr wegen der Infrastruktur vorgenommen hat und die mitursächlich für das auf –2,3 Mrd. EUR gesunkene Jahresergebnis „unterm Strich“ ist. Gastel sieht die Bundesregierung in Verantwortung für ein „Verschleppen bei der Sanierung und dem Ausbau des Schienennetzes“. Schnieder dagegen hält mit dem neu aufgestellten Vorstand, der Veräußerung von DB Schenker und „weitreichenden und langfristigen Finanzierungszusagen … konzeptionell die Weichen für einen Neuanfang gestellt“, den es nun „entschlossen umzusetzen“ gelte. Bei DB Regio läuft es finanziell weitgehend stabil, deren Ebit stieg auf 191 Mio. EUR. Eine tabellarische Übersicht der Zahlen gibt es in Rail Business 14/26. (jgf)

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